
Linksradikale und Islamisten: Kurz warnt vor Eskalation in Wien

"Wenn wir nicht sofort umsteuern, erleben wir dieselben Szenen in Wien, Berlin und München."
Mit dieser Warnung meldet sich Sebastian Kurz in einem Gastbeitrag für die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) zu Wort. Der frühere österreichische Bundeskanzler sieht in den Ausschreitungen in Frankreich ein Warnsignal für ganz Europa.

Kurz spricht von einer "toxischen Verbindung aus Linksradikalen und dem politischen Islam". Er kritisiert, dass Teile der Politik und der Medien die Gewalt als Jugendproteste verharmlosten, während Geschäfte geplündert, Polizisten angegriffen und jüdische Einrichtungen bedroht würden.
Deutlich schärfer kritisiert Kurz die Linke. Wer im Namen der Palästina-Solidarität Islamisten hofiere, verrate die eigenen Werte. Mit Blick auf die Verharmlosung von Judenhass hält er entgegen, dass sich Antisemitismus nicht mit besseren Schulen erklären lasse.
Für Österreich sieht Kurz dringenden Handlungsbedarf. Die Politik müsse selbst bestimmen, wer ins Land komme. Wer sich nicht integrieren wolle und gegen die geltenden Werte verstoße, müsse wieder gehen. Als Gegenmodell nennt er Ungarn, Polen und Tschechien.
Seine Warnung richtet sich vor allem an Wien. Die österreichische Hauptstadt könnte nach Ansicht des Ex-Kanzlers ähnliche Szenen erleben wie Paris. Sein Schlussappell ist unmissverständlich:
"Jetzt ist die vielleicht letzte Chance zu handeln, bevor wir das Europa, das wir kennen und lieben, verlieren. Frankreich ist nur der Vorbote."
Auch die Schweiz ist vor solchen Zuständen nicht sicher. Die französischen Verhältnisse lassen sich zwar nicht ohne Weiteres auf Schweizer Städte übertragen. Dennoch warnt der Nachrichtendienst des Bundes in seinem Lagebericht 2026 vor einer erhöhten Terrorbedrohung, dschihadistischer Online-Radikalisierung und einem weiterhin hohen Gewaltpotenzial in der linksextremen Szene.
Frankreich liegt vor der Haustür. Die Ausschreitungen in Lausanne und Bern zeigen, dass auch die Schweiz nicht immun gegen Straßengewalt ist. Von französischen Zuständen ist das Land weit entfernt. Die Warnsignale sollte Bern dennoch ernst nehmen.
In Deutschland wächst die Sorge, dass gewaltbereite Gruppen die Proteste nach französischem Vorbild für eigene Zwecke nutzen könnten. Für den 31. Oktober sind in knapp 30 Städten Demonstrationen unter dem Motto "Gen Z regelt" angekündigt. Die Sicherheitsbehörden beobachten die Mobilisierung genau.
Zwar liegen dem Bundesinnenministerium bislang keine konkreten Hinweise auf geplante Ausschreitungen vor, doch Teile der linksextremen Szene greifen die Aufrufe auf. Das hessische Landeskriminalamt warnt zudem vor einer zunehmenden Annäherung linksextremer Gruppen an islamistische Kreise, verbunden durch israelbezogenen Antisemitismus. Damit wächst die Sorge, dass gewaltbereite Extremisten friedliche Proteste erneut für Strassenschlachten und Angriffe auf die Polizei instrumentalisieren.
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