
Wegen Iran-Krieg: Australien fürchtet Raketenmangel bei Indopazifik-Konflikt

Der Konflikt mit Iran zehrt an den Munitionsvorräten der USA, was in Australien Besorgnis auslöst und das Land dazu zwingt, seine eigene Raketenindustrie für den Fall eines möglichen größeren Konflikts im Indopazifik wiederzubeleben. Das berichtet Politico unter Berufung auf australische Regierungs- und Militärvertreter.

Canberras Verteidigungspläne seien in hohem Maße von amerikanischen Waffensystemen abhängig. Wenn die USA gezwungen sind, ihre eigenen Bestände auf Kosten von Auslandsbestellungen aufzufüllen, werden Verbündete wie Australien zunehmend unter Druck geraten.
Der australische Senator, James Paterson, erklärte gegenüber dem Blatt: Sollte im Indopazifik ein hochintensiver Konflikt ausbrechen, befinde sich Australien wegen begrenzter Munitionsvorräte für Angriffsschläge sowie für die Luft- und Raketenabwehr und wegen fehlender Kapazitäten zu deren großangelegter Produktion in einer gefährlichen Lage.
Seiner Ansicht nach müssten Vertreter des Verteidigungsministeriums des Landes zu einem "vorkonfliktlichen Denken" übergehen und dabei langsame und konservative Prozesse zugunsten von Investitionen und einer Produktion aufgeben, die das Niveau der inländischen Fertigung von Lenkmunition in Australien steigern würden.
Die Expertin für maritime Sicherheit, Jennifer Parker, erinnerte daran, dass jedes Land – ob die USA oder ein anderes – bei der Produktion kriegswichtiger Güter und kritischer Militärvorräte zunächst an die eigenen Interessen denke, auch wenn ein anderes Land vollständig von ihm abhängig sei.
Ehemalige US-Militärvertreter riefen Canberra ebenfalls dazu auf, sich auf einen möglichen Mangel an US-Waffen vorzubereiten. Ihrer Meinung nach solle Australien die Entwicklung einer eigenen Industrie zur Produktion militärischer Unterwasserdrohnen beschleunigen.
Zuvor hatten US-amerikanische Medien berichtet, dass die US-Streitkräfte im Nahen Osten ihren Angaben zufolge über unzureichende Bestände an einigen Waffentypen verfügten. Insbesondere gehe es um Abfangraketen für Patriot-Systeme. Das Weiße Haus versichert jedoch, derartige Medienberichte entsprächen nicht der Wahrheit.
Mehr zum Thema – Bericht: Iran-Krieg hat US-Bestände an Langstrecken-Präzisionswaffen nahezu aufgebraucht
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