Deutschland

CDU in der Krise: Abgeordneter fordert Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz

Die CDU verharrt im Krisenmodus. Ursache der Krise ist Bundeskanzler Friedrich Merz, der in der eigenen Partei immer weiter an Rückhalt verliert. Nun schlägt der Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst die Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz vor, um die Krise zu überwinden.
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Kurz vor einem Treffen der CDU-Kreisvorsitzenden mit Bundeskanzler Friedrich Merz hat der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Bastian Ernst eine grundlegende Neuaufstellung seiner Partei verlangt. Der 39-jährige Vorsitzende des Kreisverbands Oldenburg-Land sprach von einem spürbaren Vertrauensverlust und brachte die Trennung von Kanzlerschaft und Parteivorsitz ins Spiel – nach dem Vorbild Angela Merkels.

"Wir haben ein Stück weit das Vertrauen verloren. Wir müssen uns daher damit beschäftigen, wie wir uns neu aufstellen", sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur vor der für Montag und Dienstag in Berlin geplanten Konferenz. Als Modell nannte er Merkels Schritt: "Angela Merkel hat den Parteivorsitz abgegeben und ist Kanzlerin geblieben – das ist ein Modell, mit dem die CDU wieder gut arbeiten kann. Die Frage ist nur, wann."

Ernst, der seit März 2025 über ein Direktmandat im Bundestag sitzt, betonte den Gestaltungsanspruch der jüngeren Generation in der CDU. Diese sei "ein anderer Typus Politiker als die Generation davor". Man könne nicht ewig mit der derzeitigen Führung weitermachen. 

Während er Merz außenpolitisch Lob zollte – der Kanzler mache "in sehr harten Zeiten viele Dinge sehr gut" –, übte er deutliche Kritik an der Innenpolitik. "Im Innenpolitischen, da hakt es." Die CDU im Bund müsse wieder ein besseres Gespür dafür entwickeln, was in den Kommunen los sei. Das gelte ebenso für den Koalitionspartner SPD: An Infoständen träfen engagierte Kommunalpolitiker auf eine Bundespolitik, die ihnen derzeit das Leben schwer mache.

Parallel positionierte sich Ernst in der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er lehnte den "Fetisch" ab, dass es unbedingt ein Jurist oder eine Juristin sein müsse: "Es geht hier nicht um das Bundesverfassungsgericht." Als klare Favoritin nannte er die CSU-Politikerin Ilse Aigner: Sie könne überparteilich auftreten und sei nahbar. Aigner genießt bereits die Unterstützung von CSU-Chef Markus Söder und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch. Merz hat sich noch nicht festgelegt, beharrt aber auf dem Vorschlagsrecht der CDU. Steinmeier kann nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren – die Wahl findet am 30. Januar statt.

Der Bundespräsident wird in Deutschland nicht direkt, sondern von der Bundesversammlung gewählt. Deren Zusammensetzung wird vom Bundestag und den Ländern bestimmt. Unterdessen wurde bekannt, dass die CDU Schleswig-Holstein Altkanzlerin Angela Merkel als Mitglied der Bundesversammlung vorgeschlagen hat. Die Bundesversammlung ist ein nichtständiges Verfassungsorgan der Bundesrepublik, deren einzige Aufgabe die Wahl des Bundespräsidenten ist.

Ernsts Äußerungen zu Merz fallen in eine Phase anhaltender innerparteilicher Unruhe in der Union. Merz verliert in der eigenen Partei immer weiter an Rückhalt. Der Kanzler gilt als empathielos, arrogant und pedantisch. Merz versucht sich vor allem außenpolitisch zu profilieren. Vor allem wegen seiner Unterstützung der Ukraine steht er in der Kritik, da die großzügigen Überweisungen an das Kiewer Regime auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland gehen und den Lebensstandard der Deutschen senken. Zur Suche nach einer Lösung auf dem Verhandlungsweg hat Merz bisher nichts beigetragen. Stattdessen hat er wirtschaftliches Wachstum in Deutschland an Rüstungsexporte in die Ukraine und damit an die Verlängerung des Kriegs geknüpft.

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