Sachsen-Anhalt: Grünen-Fraktionsvorsitzende erkennt in AfD-Landtagspräsidenten "Wiederkehr Görings"

Am 6. Oktober erfolgt die Wahl des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt. Nach dem mehr als eindeutigen Wählervotum zugunsten der AfD demnach erneuter Grund der gescheiterten Grünen-Politikerin Susan Sziborra-Seidlitz, historische Vergleiche mit dem 3. Reich einzusetzen.

Die Grünen-Fraktionschefin im Landtag von Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, agitiert weiterhin konfrontativ gegen den eindeutigen Wahlsieger vom 20. September. Für die gescheiterte Spitzenkandidatin (8,9 Prozent Wählerzustimmung) stellt die AfD-Fraktion (43,8 Prozent Wählerzustimmung) die Rückkehr "einer faschistischen Partei". In dem AfD-Landtagspolitiker Tobias Rausch, als potenziellen kommenden Landtagspräsidenten, befürchtet sie die Rückkehr eines "Hermann Göring"-Nachfolgers. Schuld daran könnte laut der Grünen-Politikerin wiederum das BSW sein.

Die Grünen in Sachsen-Anhalt wollen sich auch weiterhin mit dem nachdrücklichen Wählerwillen nicht arrangieren. Ihre Partei klebte dabei zuvor argumentativ im September als Schlussplakat im zurückliegenden Wahlkampf: "Du hast was gegen Nazis an der Macht: Zweitstimme Grün." Die gescheiterte Spitzenkandidatin Sziborra-Seidlitz erklärte unterstützend dazu gegenüber Medien, dass "erstmals seit 1945 die reale Gefahr besteht, dass eine faschistische Partei die Alleinregierung übernimmt".

Zur nahenden Landtagspräsidentenwahl appellieren daher die Grünen in Sachsen-Anhalt erneut mobilisierend gegen die AfD, um auf Instagram abermals historische Vergleiche einzusetzen:

"Am 6. Oktober konstituiert sich der neue Landtag von Sachsen-Anhalt. Und das BSW hat angekündigt, einen AfD-Landtagspräsidenten mitzuwählen. Und das wäre erstmals seit Hermann Göring ein rechtsextremer Landtagspräsident. Wir nehmen das nicht unwidersprochen hin."

Im praktizierten Nicht-Verständnis demokratischer Abläufe und Selbstverständlichkeiten lautet die Belehrung an die Landtagskollegen und die Bürger Sachsen-Anhalts, dass "ein Rechtsextremer nie wieder Landtagspräsident in einem deutschen Parlament werden darf". 

Hermann Göring war dabei im Jahr 1932 Reichstagspräsident und ab März 1933 preußischer Ministerpräsident.

Die Aufforderung laute daher, am 6. Oktober zahlreich auf den Domplatz der Landeshauptstadt in Magdeburg zu kommen, um "gemeinsam mit uns und mit allen demokratischen Parteien im Landtag" die mögliche Wahl von AfD-Landtagspolitiker Tobias Rausch irgendwie zu verhindern.

Ein gleichlautender Vergleich wird parallel auch auf der Instagram-Seite "Solidarisches Magdeburg" präsentiert, auf den die Grünen-Partei explizit verweist. Man stehe erneut zusammen kämpfend für "Vielfalt, Weltoffenheit und Solidarität", so das Bündnis erklärend. Weiter heißt es ebenfalls argumentativ:

"Der letzte rechtsextreme Parlamentspräsident war Hermann Göring."

Zu den Mitinitiatoren zählen den Angaben zufolge unter anderem die Gruppen "Sachsen-Anhalt: Weltoffen", die Gruppierung  "Demokrateam" und die "FDGO Aktion Magdeburg".

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