Der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA), einer der größten Aktionäre von Volkswagen, stellt sich nach Bild-Informationen gegen den geplanten Verkauf des VW-Werks in Osnabrück an den israelischen Rüstungskonzern Rafael. Hintergrund sind demnach Bedenken, dass an dem Standort künftig Rüstungsgüter oder Komponenten für Luftverteidigungssysteme produziert werden könnten. Ende April war von VW eine Absichtserklärung mit dem israelischen Staatskonzern Rafael unterzeichnet worden.
Wie mehrere Medien unter Berufung auf Reuters berichten, fordert Katar weitere Gespräche über das Vorhaben. Dadurch könnten sich die Verhandlungen verzögern oder im schlimmsten Fall scheitern. Sollte der Deal mit Rafael platzen oder sich weiter verzögern, steht die Zukunft von rund 2.300 Arbeitsplätzen auf dem Spiel.
Volkswagen prüft den Verkauf des Standorts im Rahmen seines Konzernumbaus. Ein Einstieg des israelischen Unternehmens Rafael gilt als mögliche Lösung, um Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Ob der Deal zustande kommt, hängt jedoch auch von der Zustimmung der Anteilseigner ab.
Sicherheitsexperte Peter R. Neumann (51, King's College London) mahnt gegenüber der Bild, Investitionen aus dem Persischen Golf seien zwar immer willkommen, aber: "Es gilt hier wie auch anderswo, dass wir uns von niemandem abhängig machen sollten." Neumann fordere seit langer Zeit, "dass wir pragmatischer an diese Region herangehen müssen". Seit die deutsche Wirtschaft ins Straucheln geraten sei, versuchen die Golfstaaten, ihren strategischen Einfluss "bei uns auszubauen".
Die QIA hält 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des gesamten Aktienkapitals von Volkswagen, und bestimmt daher mit, was in Wolfsburg entschieden wird. Mohammed Saif Al-Sowaidi (45), CEO der Investmentfirma, und zwei ehemalige Mitglieder der katarischen Regierung sitzen im VW-Aufsichtsrat.
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